Der FC Basel hat am Freitag Slavisa Jokanovic als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 58-jährige Serbe erhält einen Vertrag bis zum Saisonende und soll die Mannschaft aus der Krise führen, nachdem der Klub in den ersten neun Spieltagen bereits vier Heimspiele verlor und mit 17 Gegentoren die schwächste Abwehr der Super League stellt.
Sportdirektor Andreas Herrmann begründete die Entscheidung mit den Qualitäten des erfahrenen Trainers. „Slavisa Jokanovic zeichnet sich durch seinen Pragmatismus, seine Anpassungsfähigkeit und seine Gabe aus, sich schnell in bestehende Kaderstrukturen einzuarbeiten“, sagte Herrmann. Jokanovic selbst zeigte sich motiviert von der Aufgabe. „Der FC Basel ist eine Top-Adresse im internationalen Fußball. Die aktuelle Situation stellt für mich eine spannende und anspruchsvolle Herausforderung dar, die ich mit großer Motivation annehme“, so der neue Coach.
Internationale Erfahrung
Jokanovic bringt Erfahrung aus elf Stationen mit, darunter zwei erfolgreiche Aufstiege in die englische Premier League mit FC Watford und FC Fulham. Seine letzte Anstellung hatte er beim Al-Nasr SC in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für den FC Basel ist er kein Unbekannter: Als Trainer von Maccabi Tel Aviv schaltete er den Klub 2015 in der Champions-League-Qualifikation aus. Sein neues Trainerteam bei Basel besteht aus den Assistenten Jovan Damjanovic und Goran Vukovic, während Aleksandar Jankovic den Athletikbereich verstärkt. Der bisherige Interimstrainer Luigi Nocentini verlässt den Verein.
Aktuelle Lage des FCB
Die Mannschaft steht nach neun Spieltagen mit 13 Punkten auf Rang vier der Super League, hat aber zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Lugano. Die jüngste Formkurve zeigt ein klares Problem: Aus den letzten fünf Partien gab es nur einen Sieg, ein Unentschieden und drei Niederlagen (LWLLD). Die 1:3-Heimpleite gegen St. Gallen am vergangenen Wochenende war bereits die dritte Heimniederlage in Folge, eine Serie, die es für den FC Basel seit Einführung der Super League 2002/03 noch nie gegeben hatte.
Ein Lichtblick war der 4:2-Auswärtssieg in Luzern nach der Entlassung von Stephan Lichtsteiner, bei dem Xherdan Shaqiri zweimal traf und eine Vorlage gab. Lichtsteiner war erst im Januar mit einem Vertrag über dreiinhalb Jahre gekommen, wurde aber nach nur einem halben Jahr wieder entlassen. Die Defensive bleibt die größte Baustelle, wie die vollständige Statistik der Saison zeigt.
Jokanovics erste Aufgabe ist das Auswärtsspiel beim Tabellenelften FC Vaduz am 11. Oktober. Das letzte Aufeinandertreffen endete im März mit einer 2:5-Niederlage für Basel. Der neue Trainer hat nun knapp zwei Wochen Zeit, um die Mannschaft auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten und die Defensive zu ordnen. Die kommenden Spieltage werden zeigen, ob der erfahrene Pragmatiker die erhoffte Wende einleiten kann. Sein Vertrag läuft bis zum Sommer 2027.
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