David Degen, der Präsident des FC Basel, hat sich klar von der Berufung des neuen Trainers Slavisa Jokanovic distanziert. Gleichzeitig bekräftigte er seine Unterstützung für eine Vertragsverlängerung von Kapitän Xherdan Shaqiri, dessen Vertrag im Juni ausläuft. Der Klub steht nach der jüngsten 1:3-Heimniederlage gegen St. Gallen auf Platz 4 der Super League mit 13 Punkten aus neun Spielen.

"Das ist dummes Geschwätz", sagte Degen zu Vorwürfen, er habe die Trainerwahl beeinflusst. Er betonte, die Entscheidung sei von Technischem Direktor Andreas Herrmann, Teamchef Valentin Stocker und Chefscout Marko Filipovic getragen worden. Diese Trias hatte ihre Positionen erst kürzlich nach den Abgängen von Sportdirektor Daniel Stucki und Chefscout Ruedi Zbinden übernommen. Herrmann führte mehrere professionelle Gespräche in Madrid, die zur Verpflichtung Jokanovics führten. Der 58-jährige Serbe erhielt einen Arbeitsvertrag bis Saisonende.

Jokanovics erster Eindruck

Bei einem ersten Treffen am Montag habe Jokanovic einen "rechten Eindruck" gemacht, so Degen. Der erfahrene Trainer, der in zehn Ländern gearbeitet hat und zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig war, sieht die aktuelle Lage als spannende und anspruchsvolle Herausforderung. Er glaube, dass der Kader enormes Potenzial habe und besser spielen könne als zuletzt. Jokanovic sagte, er wolle langfristig in Basel bleiben, "wenn die Resultate stimmen". Über eine Fortsetzung nach der Saison wolle man im Frühjahr sprechen. Herrmann lobte Jokanovics Pragmatismus und seine Fähigkeit, sich schnell in bestehende Strukturen zu integrieren und seinen offensiven Spielstil zu vermitteln.

Shaqiri und das "System FC Basel"

Ein zentrales Thema bleibt die Zukunft von Xherdan Shaqiri. Degen sagte, man sei laufend im Gespräch über eine Verlängerung. Er würde es unterstützen, wenn der Kapitän ein weiteres Jahr spielen wolle. Shaqiri war zuletzt mit einem Tor und zwei Vorlagen beim 4:2-Sieg in Luzern entscheidend. Der Klub müsse sich selbst finanzieren und einen Platz im Fußballmarkt finden, indem er Spieler entwickle und verkaufe, betonte Degen. "Es gibt kein System Degen, es gibt nur ein System FC Basel." C- oder D-Qualität bei Spielern passe nicht zu dieser Strategie. Die komplette Übersicht über den aktuellen Kader zeigt die personellen Optionen.

Die Amtszeit von Stephan Lichtsteiner als Trainer habe nicht funktioniert, räumte Degen ein. Er sei der Einzige im Verein gewesen, der geglaubt habe, Lichtsteiner könne die Saison vorbereiten und beginnen. Der Wechsel erfolgte nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Ligaspielen (LWLLD). Der nächste Prüfstein für Jokanovic ist das Auswärtsspiel am 11. Oktober beim Tabellenelften FC Vaduz, ein Spiel aus der aktuellen Spielplanübersicht. Der neue Trainer tritt damit seine erste Aufgabe an, das Team zu stabilisieren, das in der Tabelle bereits zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Lugano liegt.

Further reading: NZZ Sport