Slavisa Jokanovic ist der neue Cheftrainer des FC Basel. Der 58-jährige Serbe hat einen Einjahresvertrag unterschrieben, den er selbst vorgeschlagen hat, um sich zunächst zu beweisen, bevor er über einen längeren Aufenthalt nachdenkt. Der Klub steht nach neun Spieltagen mit 13 Punkten auf Rang vier der Super League und hat in den letzten fünf Partien nur einen Sieg geholt. Jokanovic, der zuletzt in Russland, Israel und Dubai arbeitete, tritt seine Aufgabe mit einem klaren Fokus auf defensive Stabilität an.

„Ich freue mich sehr auf die Aufgabe beim FC Basel. Ich habe eine grosse Aufgabe, bin gekommen um dem Team zu helfen und hoffe, ich kann dem Club helfen“, sagte Jokanovic bei seiner Vorstellung. Technischer Direktor Andreas Herrmann betonte, der neue Trainer, der in Spanien lebt und spanischer Staatsbürger sei, habe bewusst schwierige Zeiten erlebt und nicht nur Titel gewonnen. Diese Erfahrung sei wichtig für die aktuelle Lage in Basel.

Die Vertragsdetails und Ziele

Jokanovic bestätigte, dass sein Vertrag eine Meisterprämie enthält, lehnte es aber ab, über konkrete Summen in der Schweiz zu diskutieren. Der Klub hatte ihm ein längeres Angebot gemacht, doch der Trainer wollte zuerst alles kennenlernen. „Gib mir und dem Club Zeit, dann werden wir weiter sehen“, so seine Haltung. Sein Arbeitspapier läuft nur bis zum kommenden Sommer. Sollte die Zusammenarbeit erfolgreich verlaufen und alle Seiten zufrieden sein, kann er sich einen längeren Aufenthalt vorstellen.

Umgang mit der Vergangenheit

Auf Fragen zu seinem Engagement bei Dinamo Moskau während des Ukraine-Krieges reagierte Jokanovic entschieden. „Ich bin nicht der politische Typ, ich bin Fussballtrainer. Ich bin hier, um zu helfen und hoffe auf Erfolg. Bei Dinamo war ich nicht involviert.“ Er betonte, nicht über Politik sprechen zu wollen. Der Klub habe ihn über seine Verantwortlichkeiten und die Rivalitäten informiert, und er erhalte volle Unterstützung.

Die Aufgabe mit Shaqiri und dem Team

Besonders wichtig ist Jokanovic der Umgang mit Kapitän Xherdan Shaqiri. Er nannte ihn einen „unglaublichen Menschen“, den er respektiere, und hoffe auf eine gute Verbindung. Derzeit sei es mehr Shaqiris Club als seiner, gab der Trainer zu. Shaqiri müsse sich weiter anspornen, um ein wichtiger Spieler zu bleiben. Präsident David Degen zeigte sich offen für eine Vertragsverlängerung mit dem Nationalspieler. Sportlich hat Jokanovic klare Prinzipien: mehr Aggression und Herz auf dem Platz, eine bessere defensive Organisation und einen Plan mit und ohne Ball. Die erste Trainingseinheit nach einer fünftägigen Pause leitet er persönlich. Ein Testspiel beim FC Winterthur am kommenden Samstag dient der Vorbereitung.

Das erste Pflichtspiel unter Jokanovic ist die Auswärtspartie am 11. Oktober um 16:30 Uhr beim Tabellenelften FC Vaduz. Die aktuelle Formkurve mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen, darunter die 1:3-Heimniederlage gegen St. Gallen, unterstreicht den Handlungsbedarf. Die Mannschaft hat in dieser Saison bereits 17 Tore erzielt, aber ebenso viele kassiert. Topscorer ist mit sechs Treffern Žan Celar. Fans können den weiteren Saisonverlauf und den Spielplan in unseren fixtures verfolgen und die aktuelle Tabelle einsehen. Jokanovic‘ unmittelbares Ziel ist es, die Defensive zu stabilisieren und den Trend zu wenden, bevor über die Zukunft entschieden wird.

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