FC Basel gewann am Samstagabend mit 2:1 gegen den FC Zürich. Der Erfolg war sehr wichtig für Rotblau.
Was passierte?
Der FC Basel siegte dank eines zurückgenommenen Handelfmetertors. Marcel Koller ist ratlos, Schiedsrichter Anojen Kanagasingam erklärt die Regel.
Die Szene
Ein Schiedsrichterentscheid in der Nachspielzeit sorgt für große Diskussionen. Schiedsrichter Anojen Kanagasingam nimmt einen Elfmeter zu Ungunsten des FCZ zurück.
Die Reaktionen
FCZ-Trainer Marcel Koller zeigte sich ratlos: «Es ist ein großes Durcheinander.» Zürich-Torwart Heinz Lindner verstand den Entscheid auch nicht.
Die Regel
Schiedsrichter Kanagasingam erklärte gegenüber dem SRF: «Auf dem Platz habe ich das Handspiel gesehen. Doch gemäß Regelwerk kann es kein Handspiel sein, wenn der Ball vom eigenen Spieler kommt.»
Der FC Basel gewann am Samstagabend mit 2:1 gegen den FC Zürich. Der Erfolg war sehr wichtig für Rotblau – und insbesondere für FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner, der laut verschiedenen Medienberichten das Messer am Hals hat. Nach dem Spiel sind die Diskussionen aber nicht nur wegen der Trainerfrage bei den Baslern groß – so hatte Schiedsrichter Anojen Kanagasingam viel zu tun. Bei zwei Szenen musste der Schiedsrichter, der letzte Woche auch das Testspiel zwischen Basel und dem FC Barcelona gepfiffen hatte, auch rausgehen und auf Anweisung des Videoassistenten Szenen anschauen. Erst übersah der 32-Jährige den Zupfer von Alexander Hack gegen Akpe Victory (82.). Kanagasingam zeigte in der Folge auf den Punkt, Basels Zan Celar traf zum 2:1. Zehn Sekunden vor Ablauf der sechsminütigen Nachspielzeit wurde Kanagasingam ein zweites Mal an den Bildschirm gebeten. Wieder ging es um einen Elfmeter. Dieses Mal für die Zürcher. Nach dem Sichten der Fernsehbilder korrigierte er den Elfmeterpfiff zu Ungunsten des FC Zürich. Jonas Harder hatte Flavius Daniliuc aus kurzer Distanz an den Arm geschossen. Kanagasingam nahm den Elfmeter zurück, weil der Ball von einem Mitspieler kam. Eine knifflige Szene. Während die Basler lautstark jubelten, konnten es die Zürcher nicht fassen. FCZ-Trainer Marcel Koller sagte gegenüber dem SRF: «Ich habe den Schiedsrichter noch gefragt. Er erklärte mir, wenn der eigene Mann den Ball an die Hand schießt, sei es kein Handspiel. Ich weiß nicht, wie diese Regel gemacht wird – ich bin ratlos. Man weiß ja gar nie mehr wer, wo, was, wann. Es ist ein großes Durcheinander.» Und weiter: «Anscheinend ist das eine Regel, ich wusste das nicht.» Zürich-Torwart Heinz Lindner verstand den Entscheid auch nicht. «Das ganze Stadion sieht, dass er ihm den Ball an die Hand schießt!», so der FCZ-Torwart. Gegenüber blue Sport sagte er: «Ich verstehe nicht, warum sich der Videoassistent noch eingeschaltet hat. Wir hatten das Spiel gegen uns.» Schiedsrichter Kanagasingam erklärte derweil gegenüber dem SRF: «Auf dem Platz habe ich das Handspiel gesehen. Doch gemäß Regelwerk kann es kein Handspiel sein, wenn der Ball vom eigenen Spieler kommt.» Tatsächlich: Die Regel ist nicht neu – es ist aber auch nicht das erste Mal, dass sie für große Diskussionen sorgt. Eine ähnliche Situation ereignete sich nämlich letzte Saison bereits im Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern und Paris St.-Germain, als PSG-Spieler João Neves nach einem Befreiungsschlag eines Kollegen am Arm getroffen wurde. Bereits da gab es keinen Elfmeter und die Wut seitens der Bayern war groß.
