Nach einer enttäuschenden Vorsaison mit dem 5. Schlussrang und nur 1,05 Punkten im Schnitt muss der FC Basel unter Trainer Stephan Lichtsteiner ab dem ersten Spieltag liefern. Die letzten Pflichtspiel-Ergebnisse sprechen Bände: 0:3 gegen YB, 1:3 gegen St. Gallen und 0:4 gegen Lugano - eine Serie, die zeigt, wie dringend die Wende ist. Doch Lichtsteiner bleibt optimistisch. «Diese Mannschaft ist bereit, die Ziele zu erreichen, die wir uns stecken», betonte er am Donnerstag vor der Medienkonferenz zur neuen Saison.

Tabellenstand (Endstand 2025 - die neue Saison hat noch nicht begonnen): 4. Platz in der Super League, 53 Punkte, 15 Siege - 8 Unentschieden - 10 Niederlagen aus 33 Spielen, aktuelle Form: LDWWL.

Warum Lichtsteiner unter Druck steht

Trotz des Bekenntnisses von Verwaltungsratspräsident David Degen gilt Lichtsteiner als «angezählt». Der 42-Jährige hat keine Zeit zu verlieren. Mit nur sechs Siegen aus 19 Partien und einer desaströsen Bilanz von 1,05 Punkten pro Spiel steht er unter besonderer Beobachtung. Die Kritik an seiner Arbeit ist laut: Die Mannschaft wirkt uninspiriert, die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache. Doch Lichtsteiner kann sich auf Unterstützung verlassen. Mario Cantaluppi übernimmt als Co-Trainer und Valentin Stocker als Sportlicher Leiter die Verantwortung - beide mit Spieler-Vergangenheit am Rheinknie. Stocker lobt Lichtsteiners Arbeitsethos: «Das Akribische, das er schon als Spieler mitbrachte, bringt er nun auch als Trainer mit.» Die beiden kannten sich aus 27 gemeinsamen Länderspielen. Stocker übernimmt zudem die Vertragsverhandlungen mit Neuzugängen - und der FC Basel hat bereits acht externe Spieler verpflichtet.

Kaderumbruch und neue Hoffnungsträger

Die Mannschaft ist fast komplett neu zusammengesetzt. Lichtsteiner zeigt sich zufrieden: «Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, wie sie bisher zusammengesetzt ist.» Die Umstrukturierung soll Frische bringen, doch der Beweis steht noch aus. Die Saison beginnt mit einem klaren Ziel: die europäischen Plätze. «Unser Saisonziel ist das Erreichen der europäischen Plätze, von da an kann man dann auch träumen», erklärte Lichtsteiner. Ein Vorteil für den FC Basel: Die Mehrfachbelastung durch den Europapokal entfällt in dieser Saison. Das könnte den Weg ebnen. Doch der Start muss sitzen. Lichtsteiner setzt auf Team-Events, um die Stimmung zu heben. «Wir waren einmal gemeinsam Padel spielen, es gab ein Auslaufen entlang der Birs und Darts spielten wir auch.»

Servette als erster Testfall

Der erste Gegner, der die Basler Stimmung weiter trüben könnte, ist Servette Genf. Die Genfer beendeten ihre letzte Saison auf dem 8. Platz und schieden im Cup bereits in der zweiten Runde aus. Doch ihre Formkurve zeigt nach oben: Vom 31. bis zum 38. Spieltag verloren sie keine Partie mehr (6 Siege, 2 Niederlagen). Die letzte Niederlage kassierten sie am 15. März im «Joggeli» gegen Basel mit 1:3. Die Basler müssen nun beweisen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Neuzugänge. Lichtsteiners Worte klingen entschlossen. Doch die Taten folgen erst ab dem 20. September, wenn der FC Basel gegen St. Gallen in die neue Saison startet.