Der ehemalige FC Basel Trainer Marcel Koller steht mit dem FC Zürich vor einer großen Herausforderung in der Super League. Die NZZ Sport blickt auf seine turbulente Zeit am Rhein und seine aktuelle Mission in Zürich zurück.
Koller, 65, trainierte den FC Basel zwischen 2018 und 2020. Diese Phase war von internen Konflikten geprägt. Sportchef Marco Streller wollte den Trainer ersetzen, während Unternehmer Bernhard Burgener ihn unterstützte. Ein lauter Vorfall in der Kabine zeigte, dass Koller zeitweise die Kontrolle verlor. Torhüter Jonas Omlin stellte sich gegen ihn und erzwang einen Wechsel. In einem NZZ-Interview von 2019 sagte Koller dazu: "Gekränkt? Ja, vielleicht. Aber desavouiert ist ein zu grosses Wort."
Wie verlief Kollers Karriere nach Basel?
Nach seiner Entlassung in Basel führte Marcel Kollers Weg nach Ägypten zu al Ahly Kairo. Dort erlebte er nach einer Niederlage sogar, wie Plastikflaschen auf ihn geworfen wurden. Von 2022 bis 2025 hielt er diese anspruchsvolle Position. Davor hatte der gebürtige Schweizer von 2011 bis 2017 die österreichische Nationalmannschaft trainiert. Er führte sie zur EM 2016, verpasste aber die WM 2018. Bereits 2014 war er für das Amt des Schweizer Nationaltrainers im Gespräch, unterlag jedoch Vladimir Petković. Stationen in der Bundesliga bei 1. FC Köln und SC Bochum runden sein Profil ab.
Welche Aufgabe hat Koller aktuell in Zürich?
Beim FC Zürich hat Marcel Koller einen Vertrag ohne festes Ende unterschrieben. Präsident Ancillo Canepa schätzt seine "Kompetenz und Integrität" und unterstützt ihn stärker als andere Trainer vor ihm. Der offizielle Berater des Präsidenten, Dino Lamberti, ist ebenfalls involviert. Kollers langjähriges Trainerteam mit Harald Gämperle und Carlos Bernegger ist mit an Bord. Die aktuelle Saison verläuft holprig. Nach einer 2:4-Niederlage gegen Young Boys steht der FCZ nach sechs Spielen mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 9:16 da. Das ist ein schlechterer Start als unter seinen Vorgängern Bo Henriksen, Ricardo Moniz oder Mitchell van der Gaag, der nach neun Spielen gehen musste. Auch Dennis Hediger begann besser.
Wie ist die aktuelle Lage des FC Basel?
Während Koller in Zürich kämpft, steht der FC Basel in der Super League aktuell auf Platz 5. Das Team hat aus sieben Spielen 10 Punkte geholt (3 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen) und eine Torbilanz von 12:12. In der Tabelle klaffen acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter FC Lugano. Das nächste Spiel für Basel ist ein Heimspiel gegen den FC St. Gallen am 20. September 2026. Die komplette Übersicht über die kommenden Aufgaben findet sich im Spielplan.
Was zeichnet Marcel Koller als Person aus?
Der ehemalige Nationalspieler, der 58 Länderspiele für die Schweiz absolvierte, bleibt auch in schwierigen Phasen ruhig. An der Seitenlinie steht er oft mit den Händen in den Taschen. "Ich bin so. Ich erzähle das aber nicht herum", beschreibt er sich selbst. Als Spieler bei den Grasshoppers gewann er sieben Meistertitel und fünf Cupsiege und kam auf etwa 550 Einsätze für den Club. Diese Erfahrung gibt er weiter. Er betont, man dürfe junge Spieler nicht gleich "in den Boden stampfen". In Zürich setzte er mit dem 20-jährigen Doron Lichtenstein gegen YB auf Jugend. Gleichzeitig suspendierte er Juan José Perea vorübergehend, nachdem dieser protestiert hatte, weil er nicht spielte. Koller sieht seinen Vertrag pragmatisch: "Wenn es nicht stimmt, gehen wir wieder auseinander." Die detaillierte Mannschaftsaufstellung des FC Basel ist unter Kader einsehbar. Die aktuelle Tabellensituation der Super League zeigt die Tabelle.
Der FC Basel trifft am 20. September in der heimischen Arena auf den viertplatzierten FC St. Gallen.
